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Hier lesen Sie die ehrlichen Erfahrungsberichte von Eltern, deren Kinder eine Brille bekommen haben. Lernen Sie Sofus, Frederikke, Viktoria, Hjalte und Alma kennen, die alle eine Brille tragen.

Als Sofus eine Brille bekam:

Babys tragen keine Brille. Oder doch?

Ich hatte noch nie vorher ein Baby mit Brille gesehen. Als der Augenarzt unserem damals elf Monate alten Sohn Sofus eine Brille verschrieb, war ich … schockiert. Mein hübscher kleiner Sohn mit einem Stolperstein?

TEXT: SOFIE WINTHER ASKGAARD.  FOTO: PRIVAT

”Er schielt sehr stark, oder?” Sofus ist acht Monate alt und wir haben Besuch von der Hebamme. Wir sehen Sofus an und bemerken beide, dass mein kleiner Liebling ein wenig schielt. Die Hebamme beruhigt mich mit den Worten, dass es in dem Alter normal sei. Als sie gegangen ist, kann ich es jedoch nicht lassen, mir mein Baby ganz genau anzusehen. Es ist wahr, Sofus schielt wirklich sehr stark. Ich suche Fotos von seiner Geburt bis zu diesem Tag heraus …  er schielt tatsächlich auf den meisten der Fotos. Aber die Hebamme hatte mir ja gesagt, dass ich mir keine Sorgen machen solle. Zwei Monate später aber … 

 

Nur eine breite Nasenwurzel

„Wir Tagesmütter haben darüber gesprochen, und wir sind der Meinung, dass Sofus sehr stark schielt“, sagt seine Tagesmutter eines Tages, als ich ihn abhole. Eigentlich müsste ich mir ja keine Sorgen machen, aber ich vereinbare trotzdem einen Termin bei einer Orthoptistin. Sie sieht Sofus lange an, aber sagt dann: „Er hat nur eine breite Nasenwurzel. Sie lässt die Augen leicht „verschwinden“ und sich hinter der Nasenwurzel „verstecken“, so dass es aussieht, als würde das Kind schielen. „Juhu“, denke ich, „dann ist ja alles in Ordnung.“ Zwei Wochen später macht mich die Tagesmutter jedoch wieder darauf aufmerksam: „Sofus schielt - zweifellos.“ Noch einmal besuchen wir die Orthoptistin und dieses Mal bestätigt sie den Verdacht. Sofus schielt und muss so schnell wie möglich zum Augenarzt, damit sein Sehvermögen überprüft wird. 

Er kann ja gar nicht sehen!


Bevor der Augenarzt Sofus untersuchen kann, werden ihm Augentropfen verabreicht. Seine Pupillen erweitern sich stark, er reagiert empfindlich auf Licht und wird unruhig.  Der eigentliche „Kampf“ beginnt jedoch erst im Behandlungszimmer des Augenarztes. Sofus will den Augenarzt nicht ansehen, nicht bei mir, aber auch nicht allein auf einem Stuhl sitzen, und sich auch nicht in die Augen leuchten lassen. Es endet damit, dass fünf Erwachsene den armen Kleinen auf der Behandlungsliege festhalten, während der Augenarzt seine Augen  untersucht. Er hält ihm verschiedene Gläser vor die Augen und nach einer halben Stunde „Kampf“ sagt er: „Sofus braucht eine Brille. Er ist weitsichtig mit +7 und +8!“ Ich wusste bis zu diesem Zeitpunkt nichts über Brillen. Außer, dass ich Sonnenbrillen trug, hatte ich bisher keine Berührungspunkte mit ihnen gehabt. Ich ahnte jedoch, dass es ziemlich viel sein musste.

 Ich befürchtete das Schlimmste

„Ab wann kann er Kontaktlinsen bekommen?“, lautete meine erste Frage. Und ich bin wirklich nicht stolz darauf. Eher hätte mich beschäftigen müssen, dass Sofus fast ein ganzes Jahr so ein schlechtes Sehvermögen gehabt hatte – und nicht, wie er wohl mit Brille aussehen würde. Aber Sofus ist ein ausgesprochen süßes Kind, und ich war es gewohnt, dass Fremde uns auf der Straße anhielten, um mit ihm zu „schäkern“.
Würde das jetzt immer noch so sein, trotz der zwei großen „Stolpersteine“ vor seinen Augen?
Würde er immer noch so niedlich aussehen? Würde er immer noch so raufen und toben können wie alle anderen Jungs? Würden wir mit ihm schmusen und ihm Küsschen geben können, ohne dass die Brille dabei im Weg wäre?

Hallo, große Welt!

Wir suchten eine coole grüne Brille für unseren kleinen Supermann aus. Während wir auf sie warteten, gewöhnten wir uns schließlich an den Gedanken. Ich freute mich fast darauf, sie abzuholen. Aber als wir mit der neuen schicken Brille nach Hause gekommen waren, machte Sofus das Spiel nicht mit. Wenn ich überhaupt dazu kam, ihm die Brille aufzusetzen, riss er sie sich sofort herunter. An einem Nachmittag ging es in einer halben Stunde bis zu vierzig Mal so. Wir machten unbeirrt weiter – wir hatten gar keine andere Wahl. Wir pfiffen sogar darauf,  pädagogisch korrekt vorzugehen. Wir boten Sofus Kekse und Kuchen an und hofften, dass wir ihm dabei unbemerkt die Brille aufsetzen konnten. Nach nicht einmal einer Woche hatten wir es geschafft.
Sofus hatte bemerkt, dass die Brille etwas bewirkte. Er guckte und guckte. Er sah nach oben, nach unten. Er sah sich um. Bewundernd, wundernd und neugierig.    
So, als würde er alles zum ersten Mal sehen. Was er wahrscheinlich auch tat. Es war einfach phantastisch!


Sofus liebt seine Brille

Die Wochen vergingen, und Sofus sah immer weniger merkwürdig aus mit seiner neuen Brille. Wir konnten ihn ohne Brille fast nicht mehr wiedererkennen. Und trotz Brille  konnten wir schmusen, küssen, toben – selbst wenn sie manchmal harte Schläge abbekam. Die anderen Kinder rissen ihm die Brille auch einige Male vom Kopf. Ich werde immer noch von fremden Leuten wegen meines süßen Kleinen angesprochen – natürlich auch, weil sie wissen wollen, ob man tatsächlich eine Brille tragen kann, wenn man noch so klein ist. „Natürlich“, antworte ich dann stolz, „denn auch Babys benötigen manchmal Brillen.“Heute ist Sofus zweieinhalb Jahre alt, und die Brille sitzt dort, wo sie hingehört!  Sie ist das Erste, worum er bittet, wenn er wach wird, und er weint, wenn er sie am Abend abnehmen muss. Er ist nicht mehr „der Junge mit der Brille“. Er ist Sofus. Ein Junge, der zufällig eine Brille braucht.  

 

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Die Geschichte über Frederikke und Viktoria

Zwillinge mit Brille: Die Mädchen finden manchmal, sie seien anders als die Anderen.

Es ist für manche Leute eigenartig, ein Baby mit Brille zu sehen. Aber stellen Sie sich mal zwei auf einem Mal vor – Zwillinge, die beide eine Brille tragen.

TEXT: SOFIE WINTHER ASKGAARD.  FOTO: PRIVAT

„Das führt zu vielen Kommentaren und neugierigen Fragen – selbst von fremden Leuten“, erzählt Anne. Sie ist Frederikkes und Viktorias Mutter.
 „Wenn ich einen Euro für jeden Kommentar oder jede neugierige Frage zu den Brillen unserer Zwillinge bekommen hätte, wären wir damit reich geworden. Ich übertreibe ein wenig, aber Zwillinge wirken sowieso schon wie ein Magnet auf die Neugier der Leute. Und wenn sie dann auch noch beide eine Brille tragen …
Die Blicke und Fragen der Leute nehmen oft kein Ende.
Wir stehen darüber. Aber unsere Töchter machen einige Kommentare der Leute  traurig. Ich merke, dass sie sich oft anders fühlen.

Vier schwachsichtige Augen

Frederikke begann wieder zu schielen, als sie ungefähr fünfzehn Monate alt war. Sie hatte als Neugeborene leicht geschielt, was eigentlich normal ist und bei ihr auch wieder aufhörte. Bis jetzt. Uns wurde in der Kinderkrippe gesagt, dass auch Victoria zu schielen begonnen hatte. Also gingen wir mit beiden zum Augenarzt.
Der Augenarzt besah sich die Augen der Mädchen und beträufelte sie mit  Augentropfen, so dass ihre Pupillen sehr vergrößert wurden. Der Arzt konnte gut mit Kindern umgehen, und es gelang ihm, den beiden Mädchen in die Augen leuchten zu dürfen. So konnte er sie problemlos untersuchen.
Nach der Untersuchung erfuhren wir, dass beide Mädchen weitsichtig sind -  und zwar hochgradig. Obwohl wir hauptsächlich wegen Frederikkes Schielen den Augenarzt aufgesucht hatten, bekamen wir zu wissen, dass Victoria diejenige war, die am schlechtesten sehen konnte. Ihre Werte betrugen +7,5 und +6,25. Bei Frederikke wurde +6,25 auf beiden Augen festgestellt.

Es liegt in der Familie

Es war wie ein Schock für mich, zu erfahren, dass sie beide eine Brille brauchten, und dass beide so stark weitsichtig sind. Keiner von uns Elternteilen trägt eine Brille. Für uns war es wie eine neue und fremde Welt. Es scheint jedoch in der Familie zu liegen. Sowohl ihre Großeltern mütterlicherseits als auch väterlicherseits sind oder waren Brillenträger. Und sogar ihr Onkel hatte in seiner Kindheit sehr starke Brillen getragen. Meine Gefühle jedoch waren gemischt. Ich konnte nicht aufhören daran zu denken, dass eine Brille die hübschen Gesichter meiner Töchter „verunstalten“ würde.
Aber natürlich war es mir bewusst, dass die Tatsache, ihre Weitsichtigkeit nicht bereits früher entdeckt zu haben, ihre Entwicklung gehemmt hatte.
Als sie laufen lernten, bewegten sie sich sehr vorsichtig. Sie liefen nicht wie andere Kinder, sondern machten kleine Schritte.Die armen Kleinen konnten wahrscheinlich gar nichts sehen!


Unpraktische Stolpersteine

Es verging ein Monat, ehe wir die Brillen mit nach Hause bekamen. Und nun begann ein Kampf!
Frederikke riss sich die Brille genauso schnell ab, wie ich sie ihr aufsetzen konnte. Victoria behielt sie etwas länger auf, aber dann riss auch sie sich die Brille ab. Am darauffolgenden Montag brachte ich beide recht entmutigt, die Brillen in der Hand, in die Kinderkrippe. Umso größer war meine Überraschung, als ich am Nachmittag meine beiden Prinzessinnen wieder abholte. Sie hatten beide ihre Brillen auf! Sie saßen und spielten mit ihren Kontaktpädagogen, die beide Brillenträger sind. Das hat wahrscheinlich dazu beigetragen, dass auch sie es spannend fanden, ihre eigenen Brillen aufzusetzen.
Die ersten Brillen waren jedoch richtig große „Harry-Potter-Brillen“, die ständig kaputt gingen. Damals gab es jedoch keine Auswahl. Wir waren bis zu drei Mal in der Woche beim Optiker, um die Brillen reparieren zu lassen. Es war eine Erleichterung, als sie neue Brillen verschrieben bekamen, und wir jetzt eine größere Auswahl hatten. Die Mädchen durften sie sich aussuchen, und es wurde etwas teurer als gedacht, aber auch viel besser. Sie entschieden sich für Lindberg-Brillen. Und in den letzten zwei Jahren mussten wir nicht mehr zum Optiker!   
 
Die Einzigen mit Brille

Heute sind die Mädchen fünf Jahre alt, und die Brillen sind ein natürlicher Teil ihres Lebens geworden und das Erste, was sie sich am Morgen aufsetzen. Ihre Gesichter haben sich aufgrund der Brillen sehr verändert. Es hat einige Zeit gedauert, bis wir uns an ihr neues „Aussehen“ gewöhnt hatten. Da ich sie jedoch nur noch ohne ihre Brillen sehe, wenn sie schlafen, denke ich gar nicht mehr so viel darüber nach. Leider sind sie die Einzigen im Kindergarten und unter ihren Freundinnen, die eine Brille tragen. Sie fragen daher oft, ob sie sie nicht bald „loswerden“. Wir haben ihnen Kontaktlinsen versprochen, wenn sie dreizehn werden. Beide haben daher akzeptiert, dass sie bis dahin Brillen tragen müssen. Es wird wunderbar sein, wenn sie in die Schule kommen, denn ich bin sicher, dass sie dort auf andere Kinder mit Brillen treffen werden. Dann werden sie entdecken, dass sie doch nicht so ganz anders sind.

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Als Hjalte eine Brille bekam:

”Ich kann nichts sehen, Mama”Hjalte war bereits fünf, als der Augenarzt entdeckte, dass er fast nichts auf dem rechten Auge sehen konnte. Jetzt trainiert Hjalte zum Glück das schwachsichtige Auge, um besser sehen zu können. Hier erzählt seine Mutter Christina von ihrem coolen Supermann, tollen Trainingspflastern und von Brillen fürs ganze Leben.

TEXT: SOFIE WINTHER ASKGAARD.  FOTO: PRIVAT

”Ich kann nichts sehen, Mama.“

Das sagte Hjalte, als er bei der Vorsorgeuntersuchung U9  beim Arzt Bilder auf der Sehtafel mit seinem rechten Augen erkennen sollte, während ich ihm das linke Auge zuhielt. Nur eine Minute davor hatte er bewiesen, dass sein Sehvermögen auf dem linken Auge ausgezeichnet war. Der Arzt und ich sahen uns verwundert an. Hjalte wurde näher an die Sehtafel gestellt. Es half aber nichts. Er konnte die Bilder nicht erkennen.

Ein niederschmetterndes Urteil

Der nächste Schritt führte uns zum Augenarzt und zum Orthoptisten, der ein Mal wöchentlich in der Augenklinik Sprechstunde hielt. Der Augenarzt untersuchte Hjalte auf Augenkrankheiten. Zum Glück konnten keine festgestellt werden. Der Orthoptist hingegen führte eine gründliche Untersuchung seines Sehvermögens durch. Das linke Auge war in Ordnung, aber das Urteil war niederschmetternd: Weitsichtigkeit auf dem rechten Auge und ganze +6,75. Therapie: Pflastertraining über mehrere Jahre. Diese Nachricht brachte mich zum Weinen – und ich schämte mich im Grunde meines Herzens dafür. Es gab sicherlich Schlimmeres als eine Schwachsichtigkeit auf dem einen Auge, was Hjalte hätte zustoßen können. Außerdem wussten mein Mann und ich, dass man ein ganz normales Leben führen konnte – mit sowohl einer Forscher- als auch einer „Fußballerkarriere in der Serie 3“  – selbst wenn man ein faules Auge hatte. Mein Mann hat nämlich den gleichen Augenfehler, der leider zu spät entdeckt wurde, und damals in den siebziger Jahren sagte man, dass da nichts zu machen sei. 

Schwierig, die richtige Brille zu finden

Mit einem Brillenrezept in der Hand gingen wir also los, um eine Brille auszusuchen. Es war ein langwieriger Prozess, der sich über neun Monate und vier Brillen hinzog – von denen wir zum Glück nur eine bezahlen mussten. Hjaltes Brille muss nämlich mit Größenausgleich sein, so dass er alles in ungefähr gleicher Größe mit dem rechten und linken Auge sehen kann.
Es stellte sich als eine schwierige Sache für die Optiker heraus, und der Orthoptist, der sich sehr für Hjaltes Problem einsetzte, schickte die Brille mehrmals zurück an das Labor, um sie ändern zu lassen. Die nachfolgende Kunst bestand darin, ein Gestell zu finden, das weder zu groß noch zu klein war, denn dann würde Hjalte  womöglich über die Brille hinweg gucken, da er auch ohne Brille gut sehen kann -  allerdings nur mit dem einen Auge. 
Es kostete uns viele Fahrten zur Augenklinik, aber zum Glück war es Hjalte ziemlich egal – Hauptsache er bekam seine Eiswaffel nach jedem Besuch. Es war trotzdem ein großer Tag, als die Brille endlich mit den richtigen Gläsern und dem perfekten Gestell geliefert wurde.

Pflaster drauf!

Hjalte brauchte ungefähr drei Monate, um sich an die Brille zu gewöhnen. Anschließend musste er das gute Auge täglich zwischen vier und fünf Stunden mit einem Pflaster abkleben, um das schlechte Auge zu trainieren. Er hat es viel besser geschafft, als wir es vermutet hatten. In den ersten Tagen im Kindergarten wollte er nicht, dass die anderen Kinder ihn ansahen, aber das war schnell überstanden. Als er dann mit dem Pflastertraining begann, war es ihm peinlich und er wollte nicht erzählen, was mit ihm passiert war. Auch das dauerte einige Tage und wiederholte sich, als er nach den Sommerferien eingeschult wurde.Das ist nun zwei Monate her und spielt für ihn keine Rolle mehr. Wir haben zu Hause fünf verschiedene Pflastermotive vorrätig und Hjalte sucht sich jeden Morgen das Pflaster aus, das seiner Meinung nach am besten zu seiner Kleidung passt.
In der Schule nimmt er es sich ab, wenn er sein Pausenbrot gegessen hat. Die Brille trägt er den ganzen Tag – abgesehen von einigen Stunden am Nachmittag, an denen er gern eine Pause machen darf – oder weil er zum Fußball oder zum Schwimmen gehen will.

Eine Brille für das ganze Leben

Wir haben eigentlich nicht befürchtet, dass Hjalte wegen seiner Brille gehänselt werden würde. Das, was uns am meisten zu schaffen gemacht hat, war, dass es nicht bei der Vorsorgeuntersuchung U8  entdeckt worden war. In seinem Journal steht, dass sein Sehvermögen normal ist. Das kann es ja kaum gewesen sein! Wir haben viel darüber nachgedacht, was wir anders hätten machen können. Warum haben wir ihn nicht zum Augenarzt mitgenommen nach der  U8, so wie wir es mit seiner anderthalb Jahre älteren Schwester getan hatten, um ihre Augen noch einmal gründlich untersuchen zu lassen. Passiert ist passiert! Zum Glück wird es immer normaler, eine Brille zu tragen und es gibt viele verschiedene coole Modelle. Nur ein einziges Mal hat Hjalte von einer Hänselei erzählt. Ein Junge aus seiner Klasse – einer seiner guten Freunde -  hatte gesagt, dass er aussehe  wie ein Schwein mit Brille. Hjalte hat einfach geantwortet, dass der Freund aussehe wie ein Schwein ohne Brille.Wir fanden, dass er für einen Fünfjährigen diese Situation gut gemeistert hat.
Trotzdem müssen wir sagen, dass wir uns darauf freuen, wenn das Pflastertraining überstanden ist. Die Brille jedoch bleibt  - für sein ganzes Leben.

Hjalte mit seiner großen Schwester Emma.

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Die Geschichte über Alma

Als Alma ihre Brille bekam: Wir hatten es gar nicht kommen sehen

Alma war gerade eineinhalb Jahre alt, als es plötzlich hieß, sie brauche eine Brille. Es war wie ein Schock für ihre Eltern. Sie hatten keine Symptome entdeckt, die auf ein schlechtes Sehvermögen ihrer kleinen Prinzessin hingewiesen hätten. Lesen Sie hier Tinas Geschichte über Almas allererste Brille.

TEXT: SOFIE WINTHER ASKGAARD.  FOTO: PRIVAT

Bei uns zu Hause sind Brillen ein großer Teil unseres Alltages, obwohl nur die vierjährige Alma eine Brille trägt. Weder Mutter, Vater, der neunjährige Karl oder die siebenjährige Asta tragen eine Brille. Aber wir reden sehr viel über Brillen, spielen mit Brillen und probieren Spielwaren mit Brillen aus der ganzen Welt aus.Brillen waren uns „fremd“, bis Alma plötzlich eine tragen musste, und damit begann  mein Lebensprojekt: KindMitBrille.de
Es gibt nicht sehr viele Spielwaren, wie z.B. Puppen, die eine Brille haben. Aber irgendwann bestellte ich eine Puppe mit Brille in den USA, und als ich sah, wie sehr Alma sich über ihre Puppe freute, war die Idee KindMitBrille.de geboren.

Es war wie ein Schock

Alma war zirka eineinhalb Jahre alt, als sie stark zu schielen begann. Es kam sehr überraschend für uns, praktisch von einem Tag auf den anderen. Ich ging  sofort mit Alma zum Arzt, der sie zu einem Augenarzt überwies. Es bestand kein Zweifel: Alma benötigte eine Brille. Sie war auf beiden Augen stark weitsichtig – und wir hatten nichts gemerkt! Das schlechte Gewissen meldete sich – aber gleichzeitig waren wir schockiert. Der Besuch beim Augenarzt  war ein totales Chaos. Mein ältester Sohn begann zu weinen und schluchzte: „ Meine Schwester ist zu klein für eine Brille!“ Alma schrie, weil sie die Untersuchung nicht mochte, und ich konnte es überhaupt nicht fassen, dass meine kleine Tochter eine Brille haben musste. Meine erste Frage an den Augenarzt war, wie lange sie die Brille tragen müsste. Dann fragte ich, wann sie Kontaktlinsen bekommen könne, damit sie die Brille nicht länger tragen müsse. Ich bin sicher, dass der Augenarzt mit dem Kopf geschüttelt hat, als wir gegangen waren.   

Wie konnten wir es übersehen?

Mein nächster Gedanke war, ob wir es nicht vielleicht schon früher hätten entdecken können. Ich hatte zwar bemerkt, dass Alma ständig getragen werden wollte, obwohl sie selbst laufen konnte. Aber ich hatte es damit abgetan, dass sie unser drittes Kind ist, und daher ganz besonders nah bei ihrer Mutter sein wollte. Ich machte mir auch Gedanken um Almas Zukunft. Würde sie trotzdem toben können? Sport treiben? Und wie würde sie aussehen? Würde sie immer „das Mädchen mit der Brille“ sein, und konnte sie überhaupt mit Brille niedlich aussehen? Für Letzteres konnte ich etwas tun. Ich kannte nämlich eine Optikerin, die ich sofort anrief. Sie beriet mich gründlich am Telefon, so dass ich am nächsten Tag gut vorbereitet und zielbewusst den Optiker aufsuchte.


Die erste schöne Brille

Der Besuch beim Optiker wurde tatsächlich ein gutes Erlebnis. Ich hatte Almas große Schwester mitgenommen und  beiden Mädchen machte es Spaß, alle möglichen Brillen aufzuprobieren. Schnell entschieden sie sich für eine lila Brille,   denn das war ihre Lieblingsfarbe. Während wir auf die Brille warteten, sprachen wir auch viel darüber in der Familie. Alle Kinder waren also gut vorbereitet. Almas große Schwester war fast neidisch auf die schöne Brille ihrer Schwester. Aber als es dann endlich soweit war, und wir die Brille abholen konnten, wollte Alma sie gar nicht aufprobieren.  Ich hatte mir vorgestellt, dass sie sie sofort aufsetzen würde, aber ich sollte eines Klügeren belehrt werden. Sie riss sie sich ganz oft ab und schmiss sie auf den Boden. Wir aber setzten ihr die Brille immer wieder auf und plötzlich blieb sie auch sitzen. Und dann sah Alma mich an, als hätte sie mich nie zuvor gesehen. Fasste meine Ohrringe an und sagte: „Ohrringe“. Zeigte auf meine Augen, meine Nase und meinen Mund. Sie sah alles an, als wäre es das erste Mal.


Alma trägt eine Brille – na und?


An Almas erstem Tag in der Tagesstätte hatten wir Süßigkeiten für die anderen Kinder mitgenommen. Das war ein Rat, den mir der Optiker gegeben hatte, und den ich später sehr oft weitergegeben habe. Eine Brille zu bekommen, ist doch etwas Positives – und das muss gefeiert werden! Aber ich musste mich auch daran gewöhnen, mein kleines Mädchen mit Brille zu sehen, und wenn die Leute sagten, dass sie niedlich aussah, dachte ich: „Ja, aber ohne Brille sieht sie noch niedlicher aus.“  Sie wurde oft angelächelt und bekam viele liebe Kommentare. Sehr viele Leute fragten auch interessiert, wie man herausfinden kann, ob so ein kleines Kind eine Brille braucht. Nach und nach entdeckte ich, wie die Brille Alma half – und man kann wirklich unglaublich niedlich aussehen, obwohl man eine Brille trägt. Heute ist Alma vier Jahre alt. Sie tobt wild umher, schlägt Purzelbäume und nimmt die Brille nur ab, wenn sie geputzt werden muss, Badezeit, oder es Zeit fürs Schlafengehen ist. Eines Tages hörte ich ein anderes Mädchen Alma fragen, warum sie denn eine Brille tragen würde. Alma antwortete: „Na -  weil ich Alma bin!“ Und so ist es einfach bei uns zu Hause.  Alma trägt eine Brille und niemand von uns könnte es sich anders vorstellen.

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